Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest 5781 (Rosch Haschana)

Reife Granatäpfel an einem Ast

Rosch Haschana, © Colourbox

18.09.2020 - Artikel

Grußwort des Bundesministers des Auswärtigen, Heiko Maas, zum jüdischen Neujahrsfest 5781 (Rosch Haschana)

Bundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas© Thomas Imo/photothek.net

Allen Jüdinnen und Juden, ihren Familien und Freunden in Deutschland und auf der ganzen Welt wünsche ich von Herzen ein gesegnetes, glückliches und gesundes neues Jahr 5781!

Hinter uns liegt ein schwieriges und bewegendes Jahr! Es begann mit dem erschütternden Anschlag in Halle am höchsten jüdischen Feiertag. Zwei Menschen wurden kaltblütig ermordet und nur dank der starken Holztür überlebten die Betenden in der Synagoge. Es endet in einer Phase anhaltender Unsicherheit, in der die ganze Welt noch immer mit einer Pandemie kämpft, und die leider auch Rassismus und Antisemitismus befeuert hat.

Ich begreife das letzte Jahr als eine Mahnung an uns alle: Antisemitismus und Hass bedroht unsere Gesellschaft als Ganzes. Wir müssen uns mit Zivilcourage und mit allen Mitteln des Rechtsstaat entschlossen dagegen stellen und für ein offenes, tolerantes und pluralistisches Miteinander einstehen. Dafür setzen wir uns auch als Auswärtiges Amt weiterhin ein: Als Vorsitzende der International Holocaust Remembrance Alliance, wo wir unter anderem eine globale Task Force für die Bekämpfung von Leugnung und Verharmlosung des Holocausts gegründet haben. Als Präsidentschaft im Rat der Europäischen Union, wo wir die ganzheitliche Bekämpfung von Antisemitismus voranbringen wollen. Und auch als zukünftige Vorsitzende im Ministerkomitee des Europarats, wo wir einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Hass im Internet legen werden.

Ein neues Jahr bietet auch immer die Gelegenheit für einen Blick in die Zukunft: Ich freue mich darauf, dass wir ab dem kommenden Januar 1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland feiern werden. Ich bin zutiefst bewegt, dass 75 Jahre nach dem Horror der Shoah, so eine große Zahl jüdischer Bürgerinnen und Bürger Deutschland ihr Zuhause nennen. Das Jubiläumsjahr werden wir zum Anlass nehmen, um  in Deutschland und weltweit, zu unterstreichen, dass jüdischer Glaube, jüdische Traditionen und Symbole Teil unserer Kultur sind und uns heute wie morgen bereichern.

Auch nach Israel sende ich ein herzliches „Shana tova u‘metuka“: Deutschland und Israel verbinden sehr enge, vielfältige und einzigartige Beziehungen. Das hat auch der israelische Außenminister Ashkenazi deutlich gemacht, als er zu seinem ersten Auslandsbesuch nach Deutschland kam. Seit 55 Jahren sind Deutschland und Israel offiziell diplomatisch miteinander verbunden. Uns liegt viel daran, diese Beziehungen auf Grundlagen gemeinsamer Werte weiter zu vertiefen und auszugestalten.

Ich wünsche Ihnen trotz der Einschränkungen, die die Corona-Pandemie mit sich bringt, schöne Feiertage. Bleiben Sie gesund und mögen alle Ihre guten Vorsätze und Wünsche für das kommende Jahr in Erfüllung gehen!

Heiko Maas,

Bundesminister des Auswärtigen

nach oben