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Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung gem. § 14 StAG

Artikel

Grundsätzliche Hinweise

Grundsätzlich sieht das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht Einbürgerungen im Regelfall nur für diejenigen Ausländer vor, die  auch ihren gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben. Ausländer können nach § 14 StAG unter bestimmten Voraussetzungen auch im Ausland eingebürgert werden. Die Entscheidung über die Einbürgerung liegt im Ermessen der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde, dem Bundesverwaltungsamt in Köln. Ein Anspruch auf Einbürgerung aus dem Ausland besteht i.d.R. nicht. Ausnahme sind Anspruchseinbürgerungen gem. Art. 116 Abs. 2 des Grundgesetzes.

Einbürgerung nach Art 116 Abs. 2 GG

Nach den Erfahrungen des Auswärtigen Amts ist eine Ermessenseinbürgerung nur bei Vorliegen eines besonderen öffentlichen Interesses möglich, wobei private Interessen lediglich nachrangig berücksichtigt werden. I.d.R. genügt es zur Begründung eines öffentlichen Interesses an einer Einbürgerung beispielsweise nicht, dass der Ehegatte eines Antragstellers deutscher Staatsangehöriger ist.

Neben dem Nachweis des besonderen öffentlichen Interesses sind weitere Einbürgerungsvoraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem gute Deutschkenntnisse, enge Bindungen an Deutschland, die Sicherung des Lebensunterhalts sowie Straffreiheit.

Um von vornherein aussichtslose, aber trotzdem gebührenpflichtige Einbürgerungsanträge zu vermeiden, empfiehlt sich eine Anfrage beim Bundesverwaltungsamt als der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde und ggf. anschließende Antragstellung bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung (Generalkonsulat Sydney)

Es besteht allerdings eine Möglichkeit der erleichterten Einbürgerung von Kindern deutscher Eltern, die nicht durch Geburt Deutsche geworden sind:

Personen, die vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind

Mit Erlass vom 28. März 2012 hat das Bundesministerium des Innern für Personen, die vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind und bestimmte Voraussetzungen erfüllen, eine privilegierte Einbürgerungsmöglichkeit geschaffen.

  • Personen, die nach dem 23.05.1949 und vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind und deren Mutter am Tag der Geburt im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war, oder
  • nicht mehr in Besitz ihrer deutschen Staatsangehörigkeit war, da sie diese nach dem 23.05.1949 nach damals geltendem Recht durch Eheschließung mit einem Ausländer verloren hatte, oder
  • ihr die deutsche Staatsangehörigkeit zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 schon vor der Heirat aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden war.

Unter den nachfolgenden Voraussetzungen wird ein öffentliches Interesse an einer Einbürgerung bejaht. Unerheblich ist es, wenn frühere Einbürgerungsmöglichkeiten nicht genutzt wurden.

Weitere Informationen dazu finden Sie in folgendem Merkblatt.

Merkblatt zur Einbürgerung von vor dem 01.01.1975 ehelich geborenen Kindern

Personen, die vor dem 01.07.1993 als Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter unehelich geboren sind

Das Bundesministerium des Innern hat seinen Erlass vom 28. März 2012 unter Bezugnahme auf die dort niedergelegten Erwägungen auf folgenden Personenkreis erweitert und auch für diesen eine privilegierte Einbürgerungsmöglichkeit geschaffen:

Personen, die vor dem 01.07.1993 als Kind eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter unehelich geboren sind, soweit

a) der Vater am Tag der Geburt

  • im Besitz der deutschen Staatsangehörigkeit war, oder
  • einen Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 II GG gehabt hätte

und

b) die Anerkennung oder Feststellung der Vaterschaft vor Vollendung des 23. Lebensjahres nach deutschen Gesetzen wirksam erfolgt war.

Unter den nachfolgenden Voraussetzungen wird ein öffentliches Interesse an einer Einbürgerung bejaht. Unerheblich ist es, wenn frühere Einbürgerungsmöglichkeiten nicht genutzt wurden.

Weitere Informationen dazu finden Sie in folgendem Merkblatt.

Merkblatt zur erleichterten Einbürgerung von vor dem 01.07.1993 unehelich geborener Kinder

Sonstige Einbürgerungen aus dem Ausland nach § 14 StAG

Für Personen, die nicht in Deutschland wohnen, kommt eine Einbürgerung nur selten in Betracht. Die Entscheidung über den Antrag liegt im Ermessen der Behörde (Bundesverwaltungsamt), ein Anspruch besteht also nicht. Eine Einbürgerung gemäß § 14 StAG stellt immer eine Ermessensentscheidung dar, ein Anspruch auf Einbürgerung besteht nicht.

Ein Ausländer, der im Ausland wohnt, kann nach dieser Vorschrift eingebürgert werden, wenn

⇒ Bindungen an Deutschland bestehen, die eine Einbürgerung rechtfertigen und

⇒ die sonstigen Voraussetzungen der §§ 8 und 9 StAG gegeben sind.

Bindungen an Deutschland:

Sie müssen besondere Bindungen an Deutschland besitzen. Dies kann der Fall sein, wenn Sie zu Deutschland in mehrfacher Hinsicht nähere Beziehungen unterhalten, die insgesamt eine Einbürgerung rechtfertigen. Beispiele für solche Beziehungen können u.a. sein: bestehende oder frühere Ehe/Lebensgemeinschaft mit einem Deutschen, längere Aufenthalte in Deutschland, Eigentum an Immobilien oder Wohnung zur eigenen Nutzung in Deutschland, Ansprüche aus Renten- oder Versicherungsleistungen bei deutschen Versicherungsträgern, deutsche Volkszugehörigkeit, Besuch deutscher Schulen oder anderer Ausbildungsstätten, Zugehörigkeit zu deutschen Vereinigungen, Tätigkeit im deutschen öffentlichen Dienst oder in deutschen Unternehmen, besondere Verdienste für Deutschland.

Sie sollten daher Ihren Antrag ausführlich begründen. Weitere Informationen dazu finden Sie in folgendem Merkblatt.

Merkblatt zur Einbürgerung aus dem Ausland nach § 14 StAG

Merkblätter und Formulare

Hier finden Sie das Merkblatt zur Einbürgerung von vor dem 01. Januar 1975 ehelich geborenen Kindern deutscher Mütter und ausländischer Väter zum Download.

Hier finden Sie das Merkblatt zur erleichterten Einbürgerung unehelich geborener Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter,die vor dem 01. Juli 1993 geboren sind.

Hier finden Sie das Merkblatt zur Einbürgerung nach § 14 StAG zum Download.

Hier finden Sie den Antrag auf Einbürgerung zum Download.

Hier finden Sie das Formblatt für Erteilung einer Vollmacht in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zum Download.

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