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Bonn – Zentrum für internationale Zusammenarbeit, nachhaltige Entwicklung und Innovation

Bonn Fluss und Wolkenkratzer

river Rhine with cargo ship and skyscraper in Bonn, Germany, © colourbox

Artikel

Heiko Maas, Bundesminister des Auswärtigen:

Der VN-Standort Bonn steht für das Thema Nachhaltige Entwicklung. Hier, in der Bundesstadt, arbeiten zahlreiche Einrichtungen der Vereinten Nationen, zivilgesellschaftliche Akteure und wissenschaftliche Einrichtungen gemeinsam an der Erhaltung der Existenzgrundlagen der Menschheit. Ereignisse wie die Weltklimakonferenz oder das Festival für die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen strahlen in die ganze Welt aus.

Bundesstadt Bonn – Global Player für nachhaltige Entwicklung

Bonn ist in gut zwei Jahrzehnten zu einem Zentrum für globale Zu­kunftsthemen geworden, zu einem „Powerhouse“ der Nachhaltigkeit, dessen Herz die Vereinten Nationen in der Bundesstadt sind. Der UN-Campus im früheren Parlamentsviertel am Rhein ist sichtbares Symbol dieses Wachstums. Hier arbeiten die ansässigen Organisa­tionen der Vereinten Nationen, umgeben von einem Netzwerk aus Bundesministerien und Behörden, internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Wirtschaftsunternehmen. Unter dem Leitmotiv der Vereinten Nationen in Bonn „Nachhaltigkeit gestalten“ wirken sie alle in einer einzigartigen Kultur von Kreativität und Kooperation zusammen.

„Die Weltklimakonferenz 2017 in Bonn hat gezeigt, dass der VN-Standort Bonn auch Gastgeber für große, internationale Konferenzen sein kann. Mit dem Ausbau des UN-Campus schaffen wir die Grundlage und die Möglichkeit, das bereits bestehende Kompetenzzentrum weiter auszubauen. So schaffen wir die Voraussetzung, die zukünftigen Heraus­forderungen in den Themen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung gemeinsam bewältigen zu können“, so Svenja Schulze, Bundesminis­terin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

Neben der täglichen Arbeit der Vereinten Nationen und ihrer Partner spielt Bonn als Kongressstadt eine wichtige Rolle im internationalen Kontext der Nachhaltigkeit. Hier trifft sich die Staatengemeinschaft zu Konferenzen über die großen Zukunftsthemen wie Biodiversität, Klimaschutz oder Erneuerbare Energien.

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

Klima- und Nachhaltigkeitspolitik wird in Bonn global gestaltet und lokal gelebt.

Bonn bringt sich in nachhaltige Städtenetzwerke ein und ist als Universitäts- und Wissenschaftsstandort international exzellent aufgestellt. Die Stadt wirbt mit dem Slogan „Sustainable Bonn“ und legt dabei Wert darauf, die Bürgerinnen und Bürger durch viele Initiativen für Wirtschaft und Gesellschaft mit ins Boot zu nehmen. Nur zwei Beispiele: die Bonner „Klimabotschafter“ oder das lokale Netzwerk für nachhaltige Wirtschaft „Ökoprofit-Club“. Seit 2010 ist Bonn zudem „FairTrade Town“ und aktiver Teil des gleichnamigen Netzwerks. Seit Mai 2016 gehört Bonn ferner zu den bundesweit vier „Netzstellen Nachhaltigkeit“. In der Kooperation mit Kommunen aus den Ländern des Südens engagiert sich Bonn im Rahmen globaler Projektpartnerschaften in der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

Synergien in der Bundesstadt – fachlich, politisch und medial

Bonn wurde – nach fünf Jahrzehnten als Parlaments- und Re­gierungssitz – 1994 der Status „Bundesstadt“ verliehen und somit seine Rolle als zweites politisches Zentrum der Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben. Bonn ist erster Dienstsitz von sechs Bundesministerien, darunter die Ministerien für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie für Bildung und Forschung (BMBF). Die übrigen Bundesministerien sind mit einem zweiten Dienstsitz präsent. Das Auswärtige Amt als Ansprechpartner der Internationalen Organisationen in Deutsch­land ist mit einem Verbindungsbüro vor Ort vertreten und unterstreicht damit die besondere politische Bedeutung Bonns als Standort der Vereinten Nationen für die Bundesrepublik. Das Verbindungsbüro ist für die Koordinierung der Angelegenheiten des UN-Campus in Bonn sowie für Ansiedlungs- und Statusfragen aller Internationalen Organisationen in Deutschland zuständig und steht deren Bediensteten und ihren Familienangehörigen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Neben den Bundesministerien befindet sich eine Vielzahl weiterer Bundesbehörden in Bonn, z.B. das Bundesamt für Naturschutz, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung oder der – auch international tätige – Bundesrechnungshof. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat ihren Sitz in Bonn, und Bonn ist einer von zwei Sitzen der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Ferner sind in der Bundesstadt Bonn nach wie vor diplomatische und konsularische Vertretungen ansässig.

Seit der Verlegung von Regierungs- und Parlamentssitz nach Berlin hat die Bundesstadt Bonn ein einzigartiges Profil als Kompetenzzentrum für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung erlangt. Auf dem UN-Campus – unweit der Rheinpromenade und mit Blick auf das Naturschutzgebiet Siebengebirge – arbeiten rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vereinten Nationen in 20 VN-Einrichtungen. Sie sind vernetzt mit zahlreichen Bonner Akteuren aus dem Nachhaltigkeitsspektrum – u.a. mit dem Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (Global Crop Diversity Trust), dem Innovations- und Technologiezentrum der Internationa­len Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA IITC), dem Umweltrechtsprogramm der Weltnaturschutzunion (IUCN ELC) sowie mit rund 150 nationalen und internationalen Nichtregie­rungsorganisationen. Wissenschaftliche Institute und innovative Unternehmen ergänzen das internationale Umfeld.

Für die Vereinten Nationen und andere internationale Organi­sationen in Bonn weiterhin von Vorteil: Bonn ist im Kontext der globalisierten Medienkultur gut aufgestellt. Der Auslandssender Deutsche Welle mit seinem Hauptsitz in unmittelbarer Nach­barschaft zum UN-Campus setzt in seiner Berichterstattung und diversen Veranstaltungsformaten einen Schwerpunkt auf Nach­haltigkeitsthemen. Die Deutsche Welle produziert und verbreitet TV- und online-Beiträge in 30 Sprachen und erreicht damit 118 Millionen Menschen weltweit. Der in Bonn ansässige Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix berichtet regelmäßig über die Aktivitäten der Vereinten Nationen, ebenso wie der Westdeutsche Rundfunk (WDR).

Internationaler Konferenzstandort – Fokus Nachhaltigkeit

Die Stadt Bonn zählt in Deutschland zu den herausgehobenen Konferenzstandorten. Seit Eröffnung des Hauptgebäudes des World Conference Center Bonn im Juni 2015 hat sich das WorldCCBonn als eines der modernsten Kongresszentren Europas etabliert und zieht verstärkt Konferenzen und Tagungen aller Art nach Bonn. Bis zu 7.000 Gäste finden in den Räumlichkeiten Platz.

Als bis dato größte zwischenstaatliche Konferenz in Deutschland fand 2017 die Weltklimakonferenz, COP23, mit 22.000 Delegierten und Besuchern im WorldCCBonn und in eigens für die Konferenz errichteten temporären Bauten statt. Das Global Campaign Center der UN SDG Action Campaign nutzt das unmittelbar neben dem UN-Campus gelegene Konferenzareal des WorldCC­Bonn, um sein jährliches Global Festival of Action auszurichten. Zahlreiche andere Veranstaltungen am Konferenzstandort Bonn sind globalen Fragen gewidmet, so das G20-Außenministertreffen im Februar 2017, das Global Landscapes Forum im Dezember 2017 oder auch regelmäßig stattfindende Konferenzen wie die der Subsidiary Bodies von UNFCCC und das Global Media Forum der Deutschen Welle.

Die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) und das Biodiversitätsnetzwerk Bonn (BION) nutzen den Konferenzstandort ebenso wie das Städtenetzwerk ICLEI, dessen Präsident der Bonner Oberbürgermeister Ashok Sridharan ist. ICLEI – Local Governments for Sustainability hat hier 2010 die Konferenzreihe „Resilient Cities“ ins Leben gerufen. Das Land Nordrhein-Westfalen, das sich wie der Bund für die deutsche VN-Stadt stark macht, richtet ebenfalls regelmäßig internationale Konferenzen in Bonn aus.

Wissenschaftsregion Bonn – Tradition und Innovation

Die Region rund um die nordrhein-westfälischen Städte Köln, Bonn und Aachen mit ihren herausragenden Universitäten gilt als die dichteste Forschungs- und Technologielandschaft in Europa. Der Wissenschaftsstandort Bonn, an dem auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) seinen ersten Sitz hat, ist inter­national ausgerichtet und trägt dazu bei, nachhaltige Entwicklung weltweit voranzubringen. Unter den ansässigen Wissenschaftseinrichtungen, internationalen Organisationen und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn – mit ihren heute 34.000 Studierenden aus insgesamt 138 Ländern – ergeben sich vielseitige Möglichkeiten der Zusammenarbeit in zukunftsrelevanten For­schungsfeldern wie menschliche Sicherheit, Klima- und Wasser­forschung, biologische Vielfalt oder Ernährungssicherheit. Univer­sität und Stadt Bonn haben 2014 eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Sie soll das Alleinstellungsmerkmal des Standortes – starke VN-Präsenz plus ausgeprägtes Nachhaltigkeitscluster – noch wirksamer zur Geltung bringen, indem strategische Partnerschaften zwischen Akteuren aus der Wissenschaft und aus anderen Bereichen etabliert, weiter ausgebaut und in innovativen Veranstaltungsformaten sichtbar gemacht werden.

Schon mit der Ansiedlung der ersten VN-Sekretariate wurde der Wissenschaftsraum Bonn gestärkt und um internationale Akzente ergänzt; seither hat sich die Wissenschaftslandschaft in und um Bonn erheblich diversifiziert und vernetzt. Die Univer­sität Bonn – mit ihrer traditionell starken Landwirtschaftlichen Fakultät und ihrem bedeutenden Geographischen Institut, den bekannten Botanischen Gärten und dem Forschungsmuseum Alexander Koenig – arbeitet und forscht inzwischen auch in zahlreichen neuen Disziplinen zu Nachhaltigkeitsthemen, und dies in zunehmendem Maße interdisziplinär. Das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und das Zentrum für Europäi­sche Integrationsforschung (ZEI) sind zu wichtigen Pfeilern der internationalen Forschungsbestrebungen in zukunftsbestimmen­den Themenbereichen der Menschheit geworden. Das in Bonn ansässige Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) zählt inzwischen zu den wichtigsten Think Tanks weltweit. Ein gemein­samer Studiengang „Geography of Environmental Risk and Human Security“ der Universität Bonn und der Universität der Vereinten Nationen (UNU) wurde erfolgreich eingerichtet – akkreditiert mit dem weltweit ersten Joint-Master-Abschluss zwischen einer Universität und der UNU. Hierzu Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im BMBF: „Mit der Förderung der UNU bekennen wir uns zu Bonn als internationalem Forschungs- und Wissenschaftsstandort. In Bonn hat die UNU ein hervorragendes Umfeld, um weltweite Forschungsprojek­te praxisorientiert und interdisziplinär aufzusetzen.“

Auch die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hat einen thematischen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit gelegt und bietet einen NGO-Studiengang an. Ein weiteres gelungenes Beispiel für zielgerichtetes Zusammenwirken unterschiedlichster Akteure ist das Biodiver­sitätsnetzwerk Bonn (BION). Es hat inzwischen fast 60 Mitglieder und verbindet Wissenschaft aus verschiedenen Disziplinen mit renommierten internationalen, nationalen und regionalen Einrich­tungen. Bonn ist Standort von sechs Fraunhofer-Instituten sowie des Internationalen Konversionszentrums BICC. Das Deutsche Zen­trum für Luft- und Raumfahrt (DLR) leistet mit seinen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt, Energie, Verkehr, Digitalisierung und Sicherheit wichtige Beiträge zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen und trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung weltweit bei. Als öffentlich getragene Forschungseinrichtung ist das DLR auch Raumfahrtagentur und Projektträger für verschiedene Fachministerien wie das Bundesministerium für Bildung und Forschung und somit eng mit dem Standort Bonn und den Einrichtungen der Vereinten Nationen verbunden.

Die Bonner Allianz für Nachhaltigkeitsforschung ist ein 2017 gegrün­deter Zusammenschluss von Instituten der Universität Bonn, dem Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS), dem BICC, DIE und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Die Allianz hat u.a. das Ziel, mit einem Innovations-Campus Bonn (ICB) die Forschung auf dem Gebiet der nachhaltigen Entwicklung und des globalen Wandels zu bündeln und weiter voranzutreiben.

Mitten in Europa – Stadt der kurzen Wege

Ob Brüssel, London oder Paris – Bonn liegt zentral und profitiert von seiner geografischen Nähe zu den wichtigen Metropolen des Kontinents. Dabei ist Mobilität ein bedeutender Standortfaktor für die VN-Stadt Bonn. Drei internationale Flughäfen (Köln/Bonn, Düsseldorf und Frankfurt a.M.) verbinden Bonn mit der Welt. Der Flughafen Köln/Bonn ist nur 22 Kilometer vom Stadtgebiet ent­fernt; öffentliche Verkehrsmittel fahren ihn in weniger als einer halben Stunde an.

Nach Berlin, Brüssel oder Paris fahren Hochgeschwindigkeitszüge wie ICE oder Thalys. Ein dichtes Autobahnnetz mit unmittelbarer Anbindung an die Bundesstadt trägt zur Erreichbarkeit der euro­päischen Metropolen bei.

Die Stadt Bonn selbst verfügt über ein sehr gut vernetztes Nahverkehrssystem mit Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen, ferner einer Vielzahl von Buslinien und mehreren Rheinfähren. Innerhalb Bonns ist der Campus der Vereinten Nationen durch öffentliche Verkehrsmittel mit kurzen Taktzeiten hervorragend angebunden. Ein eigener Eisenbahn-Haltepunkt UN-Campus“ wurde 2017 in Betrieb genommen.

Exzellente Lebensbedingungen – grüne Stadt mit Herz

Bonn –im Süden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen – verfügt trotz hoher Bevölkerungsdichte über beste Lebensqualität. Auf dem Stadtgebiet mit einer Fläche von 141 Quadratkilometern leben rund 320.000 Einwohner. Dabei ist Bonn eine grüne Stadt mit einem hohen Anteil an Waldflächen und Natur sowie Landschaftsschutzgebieten. Bonn gehört zu den Städten mit der höchsten Lebens­qualität in Deutschland – modern, urban, aber überschaubar. Der liberale rheinische Lebensstil, eine hervorragende Infrastruktur, ein breites Kultur- und Freizeitangebot und nicht zuletzt hohe Umwelt­standards tragen dazu bei, dass es sich hier sehr gut leben lässt.

Aufgrund seiner Standortqualitäten zieht Bonn hochqualifizierte Arbeitnehmer, Dienstleister und junge Akademiker an. Die Lebenshaltungskosten sind im internationalen Vergleich günstig, Dienstleistungen und Einkaufsmöglichkeiten aller Art – auch für umweltbewusste Verbraucher – sind in Bonn selbstverständlich, von preiswerten Gütern des Alltags bis zu Luxusartikeln und Produkten aus aller Welt.

Auf dem Bonner Immobilienmarkt steht vergleichsweise bezahlba­rer und hochwertiger Wohnraum aller Kategorien zur Verfügung – von den anspruchsvollen Altbauten der Gründerzeit in der Bonner Südstadt bis zum stadtnahen Familienhaus im Grünen. In der Nähe der Wohngebiete erleichtern naturnahe, sichere Kinderspielplätze, Sportplätze und Schwimmbäder den Alltag von Familien; zahlreiche Kulturangebote sind auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet.

Bonn ist eine multikulturelle Stadt mit internationalem Flair, in der Menschen aus der ganzen Welt willkommen sind und sich – umgeben von einer Vielfalt an Sprachen und Kulturen – schnell heimisch fühlen. Die Bevölkerung Bonns ist traditionell multikulturell, gebildet und weltoffen. Bonn ist die Stadt mit der größten Akademikerdichte in Deutschland. Rund 25 Prozent der insgesamt 165.000 Beschäftigten am Arbeitsort Bonn verfügen über einen Hochschulabschluss. In Bonn leben Menschen aus 175 Nationen friedlich miteinander – eine Vielfalt an Kulturen, ethnischen Gruppen, Religionen und Sprachen. Jeder siebte Einwohner Bonns hat einen ausländischen Pass.

Doch Bonn ist nicht nur ein guter Arbeitsort. Die Geburtsstadt Ludwig van Beethovens mit ihrem weltbekannten jährlichen Beethoven-Fest, dem genreübergreifenden Bonner Schumannfest sowie der attraktiven Museumsmeile und zahlreichen anderen Museen ist auch ein Touristenmagnet mit jährlich 1,5 Millionen Übernachtungen.

Auf dem Gebiet der Gesundheitsversorgung und der modernen Medizin ist Bonn ebenfalls eine führende internationale Adresse. Die Stadt verfügt über rund 20 Krankenhäuser, Fachambulanzen und Tageskliniken sowie das Universitätsklinikum Bonn mit über 30 klinischen Abteilungen und 20 Forschungseinrichtungen. Etwa 2.700 Ärzte, die über 40 Fachgebiete vertreten, sind in den Bonner Krankenhäusern und Arztpraxen tätig. 24.700 Menschen arbeiten im Gesundheitswesen.

Bildungsstadt Bonn – international und multikulturell

Bonn ist eine Bildungsstadt, die über ein großes und vielfältiges Angebot an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen verfügt. Es gibt mehrere internationale Schulen wie z.B. die Bonn Inter­national School (BIS) und die Independent Bonn International School (IBIS). Internationale, bilinguale Schulen und Kindergärten haben in der deutschen Stadt der Vereinten Nationen eine lange Tradition, man ist erfahren im Umgang mit den speziellen Bedürfnissen der „Expat-Community“. Die Gebühren der Privat­schulen sind im internationalen Vergleich moderat; städtische Schulen sind gebührenfrei.

In Bonn gibt es 50 offene Ganztagsschulen und 100 allgemein- oder berufsbildende Schulen. Auch für die Kleinsten ist in den städtischen und privaten Kindergärten und -tagesstätten gesorgt. Unweit des UN-Campus steht für die Kinder der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vereinten Nationen ab dem vierten Lebensmonat bis zum Beginn der Schulpflicht eine internationale Kindertagesstätte mit Ganztagsbetreuung zur Verfügung.

Die Bonner Schulen arbeiten konstruktiv mit der Universität Bonn zusammen und bieten bei vielen Gelegenheiten – wie der jährlichen Wissenschaftsnacht oder den Kinder-Uni-Veranstaltungen – gute Möglichkeiten, den Nachwuchs früh für die Wissenschaft zu begeistern.

Die Vereinten Nationen in Bonn – eine kurze Chronik

1951
Das Amt des Hohen Flüchtlingskommissars der Ver­einten Nationen mit Sitz in Genf (UNHCR) eröffnet ein Verbindungsbüro in Bonn.
1979
In Bonn wird das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten (CMS) unterzeich­net, bekannt als „Bonner Konvention“.
1984
Das UNEP/CMS-Sekretariat nimmt seine Arbeit in Bonn auf.
1990

Mit der deutschen Einheit und der parlamentarischen Entscheidung über den Umzug von Teilen der Bundesre­gierung und des Deutschen Bundestages nach Berlin ver­stärken die drei Akteure – Bund, Land Nordrhein-Westfa­len und Stadt Bonn – gemeinsam ihre Anstrengungen für den Auf- und Ausbau des VN-Standortes Bonn.

1994

Das Gesetz zur Umsetzung des Beschlusses des Deut­schen Bundestages vom 20. Juni 1991 zur Vollendung der Einheit Deutschlands (Berlin/Bonn-Gesetz) tritt in Kraft: Die Rolle Bonns als Standort für Entwicklungspolitik sowie für die Einrichtung und Ansiedlung nationaler, internationaler und supranationaler Einrichtungen wird festgeschrieben.

1996
Die Flagge der VN wird vor dem Haus Carstanjen gehisst – UNV, UNFCCC, UNIC (heute UNRIC) beziehen die historische Liegenschaft, gefolgt von UNEP/CMS und UNEP/EUROBATS.
1998-2000
UNCCD, UNEP/ASCOBANS und UNEP/AEWA ziehen in Haus Carstanjen ein.
2001
WHO-ECEH eröffnet ein Regionalbüro für Europa im ehemaligen Abgeordnetenhochhaus „Langer Eugen“ (benannt nach dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Eugen Gerstenmeier).
2002

Berlin: Bund, Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Bonn unterzeichnen im Beisein von UNO-Generalsekretär An­nan und Bundespräsident Rau den Vertrag über den Aus­bau Bonns zum VN-Standort und die Errichtung eines internationalen Konferenzzentrums (Bellevue-Vertrag).

UNESCO-UNEVOC, das internationale Zentrum für Berufsbildung, lässt sich im Langen Eugen nieder.
2003

Beginn des Baus auf dem geplanten UN-Campus im ehemaligen Regierungsviertel.

UNU-EHS nimmt seine Arbeit in Bonn auf.
2004

UNISDR, die Internationale Strategie zur Katastrophen­vorsorge der Vereinten Nationen, eröffnet in Bonn die Plattform zur Förderung von Frühwarnung.

Ein Verbindungsbüro zu dem neuen Regionalen In­formationszentrum der VN in Westeuropa mit Sitz in Brüssel wird in Bonn eröffnet (UNRIC, ersetzt UNIC).
2006

Bundeskanzlerin Angela Merkel übergibt das neue VN-Gelände auf historischem Grund an den damaligen VN-Generalsekretär Kofi Annan. Die VN-Fahne weht fortan am Bürohaus „Langer Eugen“ am Rhein.

Die UNWTO-Beratungsstelle für biologische Vielfalt und Tourismus für vom Tsunami betroffene Länder nimmt ihre Arbeit in Bonn auf.

2007

UNU-IHDP, UNU-ViE, UNW-DPC und UNOOSA-UN-SPIDER werden auf dem UN-Campus angesiedelt.

2010
UNU-ISP zieht auf den UN-Campus.
2013
Mit dem ehemaligen „Alten Abgeordnetenhochhaus“ wird ein weiteres Gebäude auf dem UN-Campus Bonn zur Verfügung gestellt, das UNFCCC mit einem Teil seines Personals als Sitz dient. Die Liegenschaft wurde auf Be­treiben der Bundesregierung nach ökologisch vorbildli­chen Standards saniert und erweitert.
2014
Das Biodiversitätsgremium IPBES nimmt die Arbeit auf dem UN-Campus auf.
2015
Der neue Konferenzbau des WorldCCBonn wird in Gegenwart von UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon und Bundesaußenminister Steinmeier eröffnet.
2016

Im Haus Carstanjen werden das Wissenszentrum für Nachhaltige Entwicklung der Fortbildungsakademie des Systems der Vereinten Nationen und die Aktionskampa­gne für die Ziele der Vereinten Nationen für Nachhaltige Entwicklung angesiedelt.

Grundsteinlegung für den Erweiterungsneubau des UN-Campus, der 330 neue Büros in einem nach höchsten ökologischen Standards zertifizierten Gebäude bieten wird. Auf dem UN-Campus wird auch das – früher als Plenarsaal des Deutschen Bundestags genutzte – ehe­malige Wasserwerk am Rhein für den Konferenzbetrieb modernisiert.
2017

Die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung eröffnet ein Büro für Investitions- und Technologieförderung in Bonn.

2018

Das UN Global Human Resources Services Centre (OneHR) nimmt in Bonn seine Arbeit auf.

Perspektive 2020

Das UN Global Human Resources Services Centre (OneHR) nimmt in Bonn seine Arbeit auf.

Perspektive 2020

Bundesregierung, Land Nordrhein-Westfalen und Stadt Bonn engagieren sich stark für den weiteren Ausbau des VN-Standortes Bonn. Dazu gehört unter anderem die An­siedlung von weiteren Einrichtungen der Vereinten Nati­onen, die Unterstützung der laufenden Konferenztätigkeit der VN vor Ort und die Förderung einzelner VN-Projekte.

Die vollständige Brochure kann hier heruntergeladen werden.

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