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Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit

03.05.2018 - Artikel

Allgemeine Hinweise

Die deutsche Staatsangehörigkeit verliert automatisch, wer auf eigenen Antrag eine andere Staatsangehörigkeit erwirbt und nicht im Besitz einer Beibehaltungsgenehmigung ist.

Deutschen im Ausland kann eine Genehmigung zur Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit erteilt werden, wenn sie nachweisen können, dass sie neben Bindungen an Deutschland Nachteile im Aufenthaltsland haben, die sie nur durch den Erwerb der Staatsangehörigkeit des Aufenthaltslandes für sich persönlich abwenden können. Dabei muss sich der Vortrag zu den Nachteilen im Aufenthaltsland auf tatsächliche, bereits bestehende Nachteile für den Antragsteller im Aufenthaltsland beziehen. Umstände, die pauschal auf den Großteil aller Deutschen zutreffen (z.B. fehlendes Wahlrecht, Erneuerung der  Aufenthaltsgenehmigung, Anstellen an unterschiedlichen Schaltern am Flughafen) reichen in der Regel nicht aus, um einen Antrag erfolgreich zu begründen. Die fortbestehenden Bindungen nach Deutschland sowie die individuelle Benachteiligung sollen mit Nachweisen belegt werden. 

Darüber hinaus wird bei Antragstellern ab 60 Jahren bei 10 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) und bei Antragstellern bis 60 Jahren bei 20 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) im Gastland ein ausgeprägtes, abschließendes Integrationsbedürfnis unterstellt. Sofern dieser Personenkreis glaubhaft machen kann, dass er immer noch Bindungen an Deutschland hat und pflegt, ist ein konkreter Vortrag zu Nachteilen im Aufenthaltsland nicht mehr erforderlich.

Einzureichende Unterlagen

Bitte beachten Sie für die Antragstellung die folgenden wichtigen Hinweise:

Der Antrag ist einzureichen wie folgt :

Set 1: Original-Antrag und beizufügende Unterlagen (in beglaubigter oder einfacher Kopie, s.u.)

Bitte klammern oder heften Sie Ihren Antrag nicht.

Unterlagen, die dem Antrag unbedingt beizulegen sind:

  • Beglaubigte Kopie des deutschen Reisepasses.
    Die Dokumente, die als beglaubigte Kopie eingereicht werden müssen, können von einer deutschen Auslandsvertretung (auch Honorarkonsul!), einer australischen Polizeistation, einem australischen 'notary public' oder einem 'Justice of the Peace' beglaubigt werden. Beglaubigungen von anderen Stellen werden nicht anerkannt.
  • Nachweis über Aufenthaltsberechtigung im Gastland, durch die kostenlos erhältliche
    „Visa Entitlement Verification Online“ (VEVO) – Bescheinigung
  • nur für Antragsteller, die nicht in Deutschland geboren sind:  Geburtsurkunde, ggfs Heiratsurkunde der Eltern und Nachweis  der deutschen Staatsangehörigkeit der Eltern, jeweils als beglaubigte Kopie vorzulegen
  • Nachweis über den Besitz weiterer Staatsangehörigkeiten (z.B. Passkopie), einfache Kopie
  • Nachweis des Sorgerechts für minderjährige Kinder (z.B. Geburtsurkunde oder Sorgerechtsurteil), beglaubigte Kopie
  • Angaben zu fortbestehenden Bindungen an Deutschland (siehe Merkblatt des BVA);  Angaben bitte mit Nachweisen versehen (einfache Kopie)
  • Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit (siehe Merkplatt des BVA);  Angaben bitte mit Nachweisen versehen (einfache Kopie)

Sehen Sie im Übrigen bitte die Hinweise des Merkblatts des Bundesverwaltungsamts:

Merkblatt zur Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung

Bitte haben Sie Verständnis, dass nur vollständige Anträge entgegengenommen werden können. Unvollständige Anträge werden zurückgereicht.

Die Bearbeitungsdauer beim Bundesverwaltungsamt beträgt aktuell zwischen 3 und 10 Monaten. Bitte sehen Sie in dieser Zeit von Sachstandsanfragen ab. Eine Empfangsbestätigung erfolgt grundsätzlich nicht. Für Anträge, die mit der Post eingereicht werden, empfiehlt sich daher der Versand per Einschreiben.

Die Beibehaltungsurkunde ist zwei Jahre gültig. Die Einbürgerung in Australien muss innerhalb der Gültigkeit erfolgen, um einen Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu verhindern. Eine Erinnerung an den Ablauf der Gültigkeit erfolgt nicht.

Eine Übersendung der australischen Einbürgerungsurkunde nach erfolger Einbürgerung ist nicht mehr nötig.

Minderjährige Kinder

Minderjährige Kinder können die deutsche Staatsangehörigkeit nur dann verlieren, wenn entweder:

  • Beide Elternteile deutsche Staatsangehörige sind und die elterliche Sorge innehaben und beide zusammen mit dem Kind ohne vorheriges Einholen einer Beibehaltungsgenehmigung die ausländische Staatsangehörigkeit beantragen
  • Dem deutschen Elternteil die alleinige Sorge für das Kind zusteht und er/sie zusammen mit dem Kind ohne vorheriges Einholen einer Beibehaltungsgenehmigung die ausländische Staatsangehörigkeit beantragt.

Eine Beibehaltungsgenehmigung für das minderjährige Kind muss NICHT beantragt werden, wenn:

  • Das Kind zwar zusammen mit beiden sorgeberechtigten Elternteilen die fremde Staatsangehörigkeit annimmt, aber ein Elternteil nicht die deutsche, sondern eine andere Staatsangehörigkeit besitzt
  • Nur für das Kind oder nur für einen Elternteil und das Kind die ausländische Staatsangehörigkeit beantragt wird.

Die Einbürgerung des gesetzlichen Vertreters sich automatisch auf das Kind erstreckt, ohne dass für dieses ein Antrag gestellt wurde

Gebühren

Es handelt sich um ein gebührenpflichtiges Verfahren (255,00 € für Erwachsene, 51,00 € für Kinder). Die Gebühren werden nach Abschluss des Verfahrens durch das Bundesverwaltungsamt erhoben und müssen per Überweisung nach Deutschland getätigt werden. Ein Zahlungsnachweis muss dann an das Generalkonsulat in Sydney übersandt werden.

Hinweise zur Beantragung - Nachzuweisende Nachteile

Um eine Beibehaltungsgenehmigung zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen durch die Nicht-Annahme der australischen Staatsangehörigkeit konkrete Nachteile entstehen. Diese konkreten Nachteile müssen Ihnen persönlich unmittelbar entstehen. 

Ausnahme: Bei Antragstellern ab 60 Jahren bei 10 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) und bei Antragstellern bis 60 Jahren bei 20 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) im Gastland wird ein ausgeprägtes, abschließendes Integrationsbedürfnis unterstellt. Sofern dieser Personenkreis glaubhaft machen kann, dass er immer noch Bindungen an Deutschland hat und pflegt, ist ein konkreter Vortrag zu Nachteilen im Aufenthaltsland nicht mehr erforderlich. Es müssen jedoch Nachweise über die Aufenthaltszeiten vorgelegt werden.

Die üblichen Einschränkungen für Ausländer (Einreiseformalitäten, Erneuerung der Aufenthaltserlaubnis und damit verbunden Kosten, Integration ins persönliche Umfeld, kein Recht zur Teilnahme an Wahlen oder Mitwirkung am öffentlichen Leben (z.B. im Elternbeirat, Ehrenämter), Angst vor Änderung der Sozialgesetzgebung zu Lasten von Ausländern, etc.) betreffen alle Ausländer und sind daher zumutbare Einschränkungen, die kein ausreichender Grund für eine Beibehaltungsgenehmigung sind.

Berufliche Nachteile können vorliegen, wenn für eine Anstellung oder Aufstiegsmöglichkeiten die angestrebte Staatsangehörigkeit verlangt wird (z.B. im Staatsdienst). Die derzeitige berufliche Tätigkeit kann eingeschränkt sein, wenn für die Wahrnehmung einzelner Tätigkeitsbereiche aus sicherheitsrelevanten Gründen die fremde Staatsangehörigkeit verlangt wird (z.B. Auftragsvergabe seitens der Regierung, Tätigkeit in sicherheitsempfindlichen Bereichen). Beruflich oder in besonderen Fällen auch privat erforderliche längere Auslandsaufenthalte oder häufige Geschäftsreisen können den Aufenthaltsstatus gefährden.

Ausländer werden häufig bei der Vergabe von Aus-, Fortbildungsmaßnahmen, Forschungsprojekten oder Stipendien benachteiligt, weil entweder die fremde Staatsangehörigkeit erforderlich ist, oder sie aufgrund ihres Ausländerstatus höhere Gebühren, teilweise im Vorhinein und ohne Nachlass, entrichten müssen.

Solche oder vergleichbare Benachteiligungen müssen nicht bereits bestehen. Sie können auch berücksichtigt werden, wenn sie bei einer nachvollziehbar geplanten zukünftigen Lebensgestaltung mit hinreichender Sicherheit auftreten werden. Jedoch müssen sie in geeigneter Weise glaubhaft gemacht werden (z.B. durch Stellenausschreibungen, Bestätigungen des Arbeitgebers, aus Ihrer beruflichen Tätigkeit).

Hinweise zur Beantragung - Bindungen nach Deutschland

Bei der Bearbeitung eines jeden Beibehaltungsantrages ist unter anderem abzuwägen, ob die Bindungen des Antragstellers an Deutschland so grundlegend sind, dass sie stärker ins Gewicht fallen als das grundsätzliche öffentliche Interesse, das in der Vermeidung von Mehrstaatigkeit liegt.

Anhaltspunkte für diese Entscheidung sind

  • zumindest ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (im Hinblick auf schriftliche Kommunikation, Leseverstehen, Hörverstehen und mündlicher Kommunikation)

und

  • Anhaltspunkte, die auf eine gefestigte, dauerhafte Bindung an Deutschland schließen lassen, wie z.B.
    • lange Aufenthalte in Deutschland
    • intensive Pflege von in Deutschland lebenden Angehörigen und Freunden
    • Eigentum an Immobilien oder Unterhalt einer Wohnung in Deutschland
    • Rentenanwartschaften und Versicherungsansprüche
    • Besuch deutscher Schulen 
    • Zugehörigkeit zu deutschen Vereinen

Formulare und Merkblätter

Hier finden Sie das Merkblatt zur Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung zum Download.

Hier finden Sie den Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung zum Download.

Hier finden Sie den Antrag auf Erteilung einer Beibehaltungsgenehmigung für minderjährige Kinder zum Download.

Hier finden Sie das Formblatt für Erteilung einer Vollmacht in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zum Download.

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