Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit

Artikel

Allgemeine Hinweise

Die deutsche Staatsangehörigkeit verliert automatisch, wer auf eigenen Antrag eine andere Staatsangehörigkeit erwirbt und nicht im Besitz einer Beibehaltungsgenehmigung ist.

Das BVA hat im Rahmen seiner Ermessensentscheidung im Beibehaltungsverfahren gem. § 25 Abs. 2 S. 3 StAG die öffentlichen (Vermeidung der Mehrstaatigkeit) und privaten Belange abzuwägen. Es prüft in diesem Zusammenhang, ob die antragstellende Person nachvollziehbare Gründe glaubhaft machen kann, weshalb der angestrebte Erwerb der fremden Staatsangehörigkeit ihr in ihrer konkreten Situation vorteilhaft ist oder Nachteile beseitigt (weitere Hinweise hierzu untenstehend). 

Das BVA hat auch das Merkblatt „ Informationen im Sinne der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu den Staatsangehörigkeitsverfahren in Bundeszuständigkeit“ aktualisiert. Dieses enthält u.a. Informationen zum direkten Austausch des Bundesverwaltungsamts mit den Antragstellern per E-Mail. Das Bundesverwaltungsamt rät den Antragstellern ausdrücklich davon ab, Anträge und Unterlagen, die persönliche Daten enthalten, via unverschlüsselter Mail zu übersenden. Es weist aber darauf hin, dass per Mail eingehende allgemeine Anfragen grundsätzlich per Mail beantwortet werden, es sei denn, der Antragsteller/die Antragstellerin schließt diese Art der Kommunikation ausdrücklich aus. Dies gilt allerdings nicht für Schriftverkehr im Rahmen der Antragsbearbeitung, dieser erfolgt  - soweit aus datenschutzrechtlichen Gründen notwendig - auf dem Postweg.

Hinweise zur Beantragung - Nachzuweisende Nachteile

Um eine Beibehaltungsgenehmigung zu erhalten, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen durch die Nicht-Annahme der australischen Staatsangehörigkeit konkrete Nachteile entstehen. Diese konkreten Nachteile müssen Ihnen persönlich unmittelbar entstehen. Der Bearbeiter/die Bearbeiterin im BVA muss sich ein Bild über die Aktualität und Ernsthaftigkeit der angegebenen Gründe machen können.

Ausnahme: Bei Antragstellern ab 60 Jahren bei 10 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) und bei Antragstellern bis 60 Jahren bei 20 Jahren Aufenthalt (Nachweis über Aufenthaltszeit nötig) im Gastland wird ein ausgeprägtes, abschließendes Integrationsbedürfnis unterstellt. Sofern dieser Personenkreis glaubhaft machen kann, dass er immer noch Bindungen an Deutschland hat und pflegt, ist ein konkreter Vortrag zu Nachteilen im Aufenthaltsland nicht mehr erforderlich. Es müssen jedoch Nachweise über die Aufenthaltszeiten vorgelegt werden.

Die üblichen Einschränkungen für Ausländer (Einreiseformalitäten, Erneuerung der Aufenthaltserlaubnis und damit verbunden Kosten, Integration ins persönliche Umfeld, kein Recht zur Teilnahme an Wahlen oder Mitwirkung am öffentlichen Leben (z.B. im Elternbeirat, Ehrenämter), Angst vor Änderung der Sozialgesetzgebung zu Lasten von Ausländern, etc.) betreffen alle Ausländer und sind daher zumutbare Einschränkungen, die kein ausreichender Grund für eine Beibehaltungsgenehmigung sind.

Berufliche Nachteile können vorliegen, wenn für eine Anstellung oder Aufstiegsmöglichkeiten die angestrebte Staatsangehörigkeit verlangt wird (z.B. im Staatsdienst). Die derzeitige berufliche Tätigkeit kann eingeschränkt sein, wenn für die Wahrnehmung einzelner Tätigkeitsbereiche aus sicherheitsrelevanten Gründen die fremde Staatsangehörigkeit verlangt wird (z.B. Auftragsvergabe seitens der Regierung, Tätigkeit in sicherheitsempfindlichen Bereichen). Beruflich oder in besonderen Fällen auch privat erforderliche längere Auslandsaufenthalte oder häufige Geschäftsreisen können den Aufenthaltsstatus gefährden.

Ausländer werden häufig bei der Vergabe von Aus-, Fortbildungsmaßnahmen, Forschungsprojekten oder Stipendien benachteiligt, weil entweder die fremde Staatsangehörigkeit erforderlich ist, oder sie aufgrund ihres Ausländerstatus höhere Gebühren, teilweise im Vorhinein und ohne Nachlass, entrichten müssen.

Solche oder vergleichbare Benachteiligungen müssen nicht bereits bestehen. Sie können auch berücksichtigt werden, wenn sie bei einer nachvollziehbar geplanten zukünftigen Lebensgestaltung mit hinreichender Sicherheit auftreten werden. Jedoch müssen sie in geeigneter Weise glaubhaft gemacht werden (z.B. durch Stellenausschreibungen, Bestätigungen des Arbeitgebers, aus Ihrer beruflichen Tätigkeit).

Hinweise zur Beantragung - Bindungen nach Deutschland

Bei der Bearbeitung eines jeden Beibehaltungsantrages ist unter anderem abzuwägen, ob die Bindungen des Antragstellers an Deutschland so grundlegend sind, dass sie stärker ins Gewicht fallen als das grundsätzliche öffentliche Interesse, das in der Vermeidung von Mehrstaatigkeit liegt.

Anhaltspunkte für diese Entscheidung sind

  • zumindest ausreichende deutsche Sprachkenntnisse (im Hinblick auf schriftliche Kommunikation, Leseverstehen, Hörverstehen und mündlicher Kommunikation)

und

  • Anhaltspunkte, die auf eine gefestigte, dauerhafte Bindung an Deutschland schließen lassen, wie z.B.
    • lange Aufenthalte in Deutschland
    • intensive Pflege von in Deutschland lebenden Angehörigen und Freunden
    • Eigentum an Immobilien oder Unterhalt einer Wohnung in Deutschland
    • Rentenanwartschaften und Versicherungsansprüche
    • Besuch deutscher Schulen 
    • Zugehörigkeit zu deutschen Vereinen

Einzureichende Unterlagen

Bitte beachten Sie für die Antragstellung die folgenden wichtigen Hinweise:

Der Antrag ist einzureichen wie folgt :

Set 1: Original-Antrag und beizufügende Unterlagen (in beglaubigter oder einfacher Kopie, s.u.)

Set 2: Kopie des Antrages und einfache Kopien aller beizufügenden Unterlagen

Bitte klammern oder heften Sie Ihren Antrag nicht.

Unterlagen, die dem Antrag unbedingt beizulegen sind:

  • Beglaubigte Kopie des deutschen Reisepasses.
    Die Dokumente, die als beglaubigte Kopie eingereicht werden müssen, können von einer deutschen Auslandsvertretung (auch Honorarkonsul!), einer australischen Polizeistation, einem australischen 'notary public' oder einem 'Justice of the Peace' beglaubigt werden. Beglaubigungen von anderen Stellen werden nicht anerkannt.
  • Nachweis über Aufenthaltsberechtigung im Gastland, durch die kostenlos erhältliche
    „Visa Entitlement Verification Online“ (VEVO) – Bescheinigung
  • nur für Antragsteller, die nicht in Deutschland geboren sind:  Geburtsurkunde, ggfs Heiratsurkunde der Eltern und Nachweis  der deutschen Staatsangehörigkeit der Eltern, jeweils als beglaubigte Kopie vorzulegen
  • Nachweis über den Besitz weiterer Staatsangehörigkeiten (z.B. Passkopie), einfache Kopie
  • Nachweis des Sorgerechts für minderjährige Kinder (z.B. Geburtsurkunde oder Sorgerechtsurteil), beglaubigte Kopie
  • Angaben zu fortbestehenden Bindungen an Deutschland (siehe Merkblatt des BVA);  Angaben bitte mit Nachweisen versehen (einfache Kopie)
  • Angaben zu den Gründen für den Erwerb der angestrebten Staatsangehörigkeit (siehe Merkplatt des BVA);  Angaben bitte mit Nachweisen versehen (einfache Kopie)

Sehen Sie im Übrigen bitte die Hinweise des Merkblatts des Bundesverwaltungsamts:

Merkblatt zur Beantragung der Beibehaltungsgenehmigung

Bitte haben Sie Verständnis, dass nur vollständige Anträge entgegengenommen werden können. Unvollständige Anträge werden zurückgereicht.

Die Bearbeitungsdauer beim Bundesverwaltungsamt beträgt aktuell zwischen 12 und 14 Monaten. Bitte sehen Sie in dieser Zeit von Sachstandsanfragen ab. Eine Empfangsbestätigung erfolgt grundsätzlich nicht. Für Anträge, die mit der Post eingereicht werden, empfiehlt sich daher der Versand per Einschreiben.

Eine Übersendung der australischen Einbürgerungsurkunde nach erfolgter Einbürgerung ist nicht mehr nötig.

Gültigkeit / Anschlussurkunde

Die Beibehaltungsurkunde ist zwei Jahre gültig. Die Einbürgerung in Australien muss innerhalb der Gültigkeit erfolgen, um einen Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zu verhindern. Eine Erinnerung an den Ablauf der Gültigkeit erfolgt nicht.

Sollte die Einbürgerung in Australien nicht innerhalb des Gültigkeitszeitraums der Beibehaltungsurkunde erfolgen, ist rechtzeitig vor Ablauf eine sog. Anschlussurkunde zu beantragen.

Die Beantragung einer Anschlussurkunde ist ab sofort nur noch mit einem ausgefüllten Antragsformular (siehe unten Antrag auf erneute Beibehaltungsgenehmigung) möglich. In diesem Verfahren ist eine Beteiligung der zuständigen Auslandsvertretung nicht erforderlich, es muss grundsätzlich keine erneute Stellungnahme abgegeben werden. Die Antragsteller können den Antrag auf erneute Ausstellung einer Beibehaltungsgenehmigung unmittelbar per Mail an das BVA senden. Sollte im Einzelfall doch einmal eine Stellungnahme einer Auslandsvertretung benötigt werden, wird diese vom BVA angefordert. Dies wird im aktualisierten Merkblatt ausdrücklich erläutert.

Bitte beachten Sie, dass eine Einbürgerung nach Ablauf der ersten Beibehaltungsurkunde und vor Aushändigung der Anschlussurkunde zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit führt.

Minderjährige Kinder

Minderjährige Kinder können die deutsche Staatsangehörigkeit nur dann verlieren, wenn:

  • Beide Elternteile deutsche Staatsangehörige sind und die elterliche Sorge innehaben und beide zusammen mit dem Kind ohne vorheriges Einholen einer Beibehaltungsgenehmigung die ausländische Staatsangehörigkeit beantragen

oder

  • Dem deutschen Elternteil die alleinige Sorge für das Kind zusteht und er/sie zusammen mit dem Kind ohne vorheriges Einholen einer Beibehaltungsgenehmigung die ausländische Staatsangehörigkeit beantragt.

Eine Beibehaltungsgenehmigung für das minderjährige Kind muss NICHT beantragt werden, wenn:

  • Das Kind zwar zusammen mit beiden sorgeberechtigten Elternteilen die fremde Staatsangehörigkeit annimmt, aber ein Elternteil nicht die deutsche, sondern eine andere Staatsangehörigkeit besitzt

oder

  • Nur für das Kind oder nur für einen Elternteil und das Kind die ausländische Staatsangehörigkeit beantragt wird

oder

  • Die Einbürgerung des gesetzlichen Vertreters sich automatisch auf das Kind erstreckt, ohne dass für dieses ein Antrag gestellt wurde.

Gebühren

Es handelt sich um ein gebührenpflichtiges Verfahren (255,00 € für Erwachsene, 51,00 € für Kinder). Die Gebühren werden nach Abschluss des Verfahrens durch das Bundesverwaltungsamt erhoben und müssen per Überweisung nach Deutschland getätigt werden. Ein Zahlungsnachweis muss dann an das Generalkonsulat in Sydney übersandt werden.


Formulare und Merkblätter

Hier finden Sie den Antrag auf Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit zum Download.

Hier finden Sie den Antrag auf Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit für minderjährige Kinder zum Download.

Hier finden Sie ein Dowloadpaket für die erneute Beantragung einer Beibehaltungsgenehmigung (Anschlussurkunde)

Hier finden Sie ein Downloadpaket für die erneute Beantragung einer Beibehaltungsgenehmigung (Anschlussurkunde) für minderjährige Kinder

Hier finden Sie ein Downloadpaket für die erneute Beantragung einer Beibehaltungsgenehmigung (Anschlussurkunde) für 1 Erwachsenen und 1 Kind

Hier finden Sie das Formblatt für Erteilung einer Vollmacht in Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zum Download.

nach oben